2020 - Ein Jahr voller Überraschungen

Das Jahr 2020 hat bis jetzt viele Überraschungen und Veränderungen mit sich gebracht und so unser Volontariat immer spannend gehalten – bis zum Schluss.

 

Somit hier unsere Eindrücke, Erlebnisse und Aufgaben zusammengefasst. Von der Kapstadt-Reise bis hin zu unserem vorzeitigen Rückflug nach Österreich. 

Kapstadt - Eine Stadt, die lebt.

Ein Ort, den man nicht missen darf, wenn man in Südafrika ist, ist Kapstadt und somit starteten wir in das neue Jahr mit einem Flug nach Capetown, um unsere letzte Ferienwoche noch so richtig auszukosten. Bereits bei unserer Ankunft, zog uns diese Stadt in ihren Bann. Von der “Spitze“ des Table Mountains (Tafelberg), Fisch und Muscheln an der Hout Bay, „eine“ Tour mit dem roten Bus, eine Weintour durch die Weinberge und zu den besten Weinbetrieben Kapstadts, wie auch Wanderungen zum Cape Point, sowie zum Kap der guten Hoffnung, welcher der südlichste Punkt Afrikas ist und bei dem der Indische Ozean auf den Atlantik trifft – Wir haben uns nichts entgehen lassen. Das Besondere an dieser Stadt ist der gewisse Flair, denn das Meer trifft auf Stadt und Berge und genau das macht das besondere Klima und die atemberaubende Natur aus.

 

Unser Fazit: Wenn man nach Südafrika reist,  MUSS man Kapstadt erleben, denn hier schmeckt nicht nur der Fisch ausgezeichnet, sondern auch der Wein.




Nach einigen Reisen in unseren Sommerferien von Dezember bis Anfang Jänner hat es für uns geheißen: Zurück in den Alltag! Somit zurück in den Kindergarten, wie in die Volksschule.
Auch unsere Wochenendaktivitäten, wie das Oratorium, der Kinderchor und die Jugend haben mit neuen Ideen und voller Energie ins neue Jahr gestartet.

anna´s alltag im Kindergarten

Dieses Jahr konnte ich mich stolz, eine Lehrerin der Babys-Klasse nennen. Darüber war ich auch äußerst erfreut, denn ich habe schon letztes Jahr die eine oder andere Kuscheleinheit von ihnen abgeholt. Dieses Jahr sind natürlich neue Babys im Alter von 2,5 - 4 Jahren in meiner Klasse, die ich (fast) alle vom ersten Tag in mein Herz geschlossen habe. Aber um ehrlich zu sein: Die ersten Tage waren alles andere als „gemütlich“. Tausende Tränen sind geflossen, Türen mussten abgeschlossen werden und meine Laufschuhe wurden ausgepackt, denn die Kleinen können unglaublich schnell laufen - Vor allem zur Eingangstüre. Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, konnte es dann mit dem „Unterrichten“ beginnen. In dieser Klasse konzentriert man sich besonders darauf, den Kindern die alltäglichen Dinge, wie an einem Tisch sitzen, Gesicht und Hände waschen und die wichtigsten Verhaltensregeln des Kindergartens, beizubringen. Darüber hinaus ist es wichtig, die englische Sprache den Kindern zu erlernen, wobei meine Anwesenheit sich als eine große Hilfe herausstellte. Dennoch war jeder Tag eine neue Challenge mit den Babys zu kommunizieren, daher wurde sich auch oft mit Händen und Füßen verständigt. Im Notfall war aber meine Kollegin Betti stets an meiner Seite, die für mich übersetzte. Somit profitierten beide Seiten, denn auch ich kann von mir behaupten, Wörter bzw. Sätze, welche die Kinder in ihrer Stammessprache zu mir sagten, zu verstehen. Alles im allem bin ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekam, die letzten Monate in einer anderen Klasse zu verbringen. Ich merke für mich persönlich, dass ich sehr viel in Erziehung und Geduld gelernt habe. Wenn sich meine Babys dann am Nachmittag  beim nach Hause gehen nochmal  umdrehten und mir ein herzerwärmendes Lächeln schenkten, um sicher zu gehen, dass sie sich von mir verabschiedeten, gaben mir die Kinder unfassbar viel zurück und ich merkte, dass sich meine Arbeit bezahlt macht .



Klara´s Alltag in der Volksschule

Neue Klasse. Gleiche Kollegin.

Dieses Jahr wurde die zweite Klasse Ma’am Princess und mir anvertraut und somit sind auch viele neue Aufgaben auf mich zugekommen. Denn ich durfte in dieser Klasse eigenständig Mathematik unterrichten, was mir echt Spaß machte. Von Stundenvorbereitungen, Testerstellung, unterrichten, korrigieren, sowie Unterrichtsmaterialien und Plakate basteln und gestalten war alles dabei und somit hatte ich Verantwortung, sowie Abwechslung im Alltag. Aber nicht nur den Mathematikunterricht in Grade 2 durfte ich zu meinen Verantwortungen zählen, sondern auch den Turnunterricht von fünf Klassen, was eine tolle Abwechslung, sowohl vom Klassenzimmer, wie von den Altersgruppen der Kinder, war.

 

Eine tägliche Challenge war es jedoch, die ganze Klasse alleine unter Kontrolle zu bringen, denn viele Kinder brachten mir nicht den gleichen Respekt, wie einer älteren Kollegin oder einem Kollegen auf und daher war ich sehr froh über die Unterstützung meiner Kollegin Ma’am Princess, denn sie erleichterte  mir meinen Alltag wesentlich.



Goodbye South Africa

„Wie schnell doch die Zeit vergeht“ haben wir nur zu oft gedacht. Aber wir hätten nicht damit gerechnet, dass die Zeit für uns hier in Südafrika auch so schnell vorbei sein wird.

Innerhalb kürzester Zeit hat das Corona-Virus die Welt lahm gelegt und alles herunter gefahren. Somit mussten auch wir schnell reagieren und vorzeitig unser Volontariat abbrechen, um nach Österreich zurück zu kehren.

Jetzt nach unserer zweiwöchigen Heimquarantäne in Österreich, in der wir Zeit hatten, diesen leider sehr schnellen, emotionalen und hektischen Abbruch zu realisieren und Revue passieren zu lassen, sind wir unfassbar froh wieder zurück in der Heimat zu sein, denn die Lage in Südafrika hat sich seit unserer Rückreise drastisch verschlechtert. Alle Schulen wurden geschlossen, der komplette Lockdown ausgerufen und die Zahl der Corona-Fälle steigt immens schnell an. Wir verfolgen die Lage gespannt von Österreich aus, denn mit dieser Krise steigt die Kriminalität, aufgrund der Arbeitslosigkeit, das Gesundheitssystem ist nicht wirklich stabil und die Lebens- wie Hygienebedingungen sind nicht mit unserem europäischen Lebensstandard zu vergleichen.

 

Wir hoffen daher das Beste für Südafrika und sind froh, diese Situation von zu Hause aus zu verfolgen.

6 Monate & 10 tage

Diese Zeit haben wir gemeinsam gemeistert. Wir haben Highlights und Lowlights erlebt, sind über uns hinausgewachsen, mussten duzende schreiende Kinder bändigen, haben viele neue Fleckerl der Erde durch unsere Reisen gesehen, neue afrikanische Dance-Moves gelernt, mit den Fingern gegessen, teilweise ohne Strom überlebt, haben unseren persönlichen Horizont erweitert und sind als unschlagbares Team zusammen gewachsen.

 

Ein Zeit, die uns prägt. Eine Zeit, die unser Leben bereichert hat. Eine Zeit, die wir nie vergessen werden.

Bis in ein paar Jahren, schönes Südafrika!

 

 

Eure Anna & Klara